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CLAUDIA RIEGLER DENERIAZ,
MARKETING CONSULTANT |
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Der Tod ist wie Umsteigen in Attnang-Puchheim, ein gottverlassenes Nest in der Provinz. Das hat der Josef Hader einmal gesagt, ein großartiger und eigenwilliger österreichischer Kabarettist. Ich bin in diesem Österreich aufgewachsen. Aber meine Wurzeln liegen am anderen Ende der Welt. Ich wollte immer wissen, wie die Welt dazwischen aussieht. Vielleicht ist das der Grund, deshalb mir dieser Satz in Erinnerung geblieben ist. Ich habe viel gesehen und lebe heute fern meiner alten Heimat. Aber wenn ich eine Brille sehe, wie sie Josef Hader immer getragen hat, muss ich an meine Jugend denken, an mein Zuhause, an eine glückliche Zeit.
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CARINA JIELG,
JOURNALISTIN |
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Wer wünscht sich nicht ab und an jemanden, der einem sagt, wo es lang geht, was zu tun ist, was richtig ist. Diese Rolle hatte für mich viele Jahre lang Inspektor Clouseau, eigentlich eine kleine Plastikfigur des Inspektors. Wann immer ich losfuhr, stellte ich sie auf das Armaturenbrett und sein ausgestreckter Arm zeigte mir die Richtung. Immer der Nase nach. Er zeigte mir aber auch, dass das Leben nicht perfekt sein muss, dass Chaos und Naivität ihren Platz brauchen und manchmal ebenso zum Ziel führen, nur eben wesentlich heiterer. Schließlich besteht das eigene Leben auch nicht nur aus knallharter Action und Special-Effects.
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SANDRA LAHNSTEINER,
FREERIDER |
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Ich wollte immer frei sein. Und ich will es noch heute. Aber ich habe gelernt, dass sich Freiheit und Ziele schlecht vertragen. Wer Ziele hat, die über eine warme Mahlzeit hinaus gehen, braucht Leute, die am selben Strang ziehen, braucht Disziplin, um nicht vom Weg abzukommen. Aber genau das war das Wunderbare an meinem alten Volkswagen-Bus. Ich wollte und durfte vom Weg abkommen. Dafür war er ja schließlich da, um mit Freunden durch die Welt zu tingeln und frei zu sein. Stehenbleiben, um eine gute Welle zu surfen und weiterziehen, wenn man von noch schöneren Orten hört. Wenn ich oft wochenlang unterwegs bin, muss ich manchmal an den kleinen Bus denken, der hinter dem Haus meiner Eltern parkt – und auf mich wartet.
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NICO CONTE,
COACH |
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Ich habe ihn als Kind sehr bewundert, den Geheimagenten MacGyver. Wie er sich mit seinem Taschenmesser, ein bisschen Klebeband und viel Grips aus den kniffligsten Situationen retten konnte. Im Leistungssport dreht sich viel um die Ausrüstung. Aber MacGyver hat mir gezeigt, dass es vor allem auf die eigenen Fähigkeiten ankommt, nicht auf die Größe der Kanone. Er war die Antithese zum klassischen Agentenklischee: optimistisch, entspannt und Waffen gänzlich abgeneigt. Noch heute finde ich dieses Gefühl, dass es nichts gibt im Leben, das man nicht mit ein bisschen Klebeband und einer guten Idee lösen könnte, sehr beruhigend. Deshalb trage ich immer einen Leatherman bei mir. Etwas Klebeband wird sich dann schon finden.
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DARKO TODOROVIC,
FOTOGRAF |
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Als kleiner Junge habe ich mir oft vorgestellt, dass ich über die Dächer und Wiesen der Stadt fliege. Ich habe wirklich geglaubt, dass ich fliegen kann. Ich stand am Fensterbrett, bereit zum abheben. Aber irgendwann begannen die Menschen mir zu sagen, dass ich nicht fliegen könne, dass niemand fliegen könne. Und irgendwann habe ich angefangen ihnen zu glauben. Unmerklich habe ich diese kindliche Sicherheit, etwas Unmögliches zu können, Stück für Stück verloren. Vor einiger Zeit habe ich mich daran erinnert und mir ein Modellflugzeug gekauft. Ich will wieder fliegen. Wie früher, auf dem Fensterbrett.
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THOMAS PLATZGUMMER,
DIRIGENT |
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Ich habe Musik immer geliebt. Irgendwann kam das Cello und mit ihm die klassische Musik, das Konservatorium und schließlich das Orchester. Im Konzert sehen die Musiker in ihren Anzügen ruhig und gelassen aus. Die wochenlange Arbeit bis dahin ist für mich als Dirigenten alles andere als das. Den ganzen Tag von Musik umgeben zu sein ist herrlich, aber auch tückisch. Man kann seine Augen schließen, wenn sie müde sind, aber nicht seine Ohren. Nach langen, turbulenten Probentagen stelle ich mich unter die Dusche und richte den Strahl so ein, dass mir das Wasser Augen und Ohren verschließt und endlich Ruhe einkehrt. Dann bin ich in Gedanken zuhause, bei meiner Frau und meiner Tochter. Beide spielen Cello.
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PIERRE VAULTIER,
PRO SNOWBOARDER |
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An meinem Schlüsselanhänger hängt ein Pinguin. Ich bin viel unterwegs, zum Training, für Rennen, für meine Sponsoren. Wenn man auf internationalem Niveau snowboarden will, ist das so. Und es macht einen Heidenspaß. Ah, der Pinguin. Ich bewundere diese Tiere. Sie sind uns sehr ähnlich. Sie werden von zwei fürsorglichen Eltern aufgezogen, gehen in den Kindergarten und wenn sie flügge werden, verlassen sie ihre Kolonie und führen ein freies Leben im offenen Meer. Aber sie kommen alle wieder zurück. Sie gründen eigene Familien und das Rad des Lebens dreht sich weiter. Der Schlüsselanhänger erinnert mich an meine Kolonie und wann es wohl für mich Zeit sein wird am Rad zu drehen.
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